Die Vereinigung Europäischer Verkehrsunternehmen ist ein Zusammenschluss von Verkehrsunternehmen in ganz Europa. Die VEV bietet ihren Mitgliedern insbesondere folgende Leistungen:

Informationen über Fragen des nationalen und des europäischen Genehmigungsrechts

Lösung gemeinsamer Beförderungsprobleme

Entwicklung und Förderung der Zusammenarbeit der Mitglieder

Schlichtung von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern

Präsentation der Mitgliedsunternehmen




Die VEV wurde im März 2000 mit dem Ziel gegründet, die beruflichen, fachlichen und gewerbepolitischen Interessen der am sogenannten Osteuropaverkehr beteiligten Verkehrsunternehmen auf nationaler und internationaler Ebene zu fördern.

Obwohl es in den beteiligten Staaten auf nationaler Ebene bereits zahlreiche Verbände gab, wurde aus Sicht der Unternehmen deutlich, dass dem international tätigen Verkehrsgewerbe eine grenzüberschreitende Interessenvertretung fehlte.

Dabei wurde die Rolle der VEV nicht als "Konkurrenzverband" zu den bestehenden Verbänden gesehen, vielmehr sollte die VEV die notwendige Ergänzung der bestehenden nationalen Verbänden bilden, die aus Sicht der Verkehrsunternehmen vornehmlich nur den nationalen Markt betrachtet und die nationalen Interessen wahrgenommen haben.

Gerade der internationale Linienverkehr, an dem sich nach noch geltender Rechtslage deutsche und ausländische Unternehmen beteiligen müssen, erfordert aber eine länderübergreifende Interessenvertretung.

Anlass der Gründung im März 2000 war weiterhin die sich abzeichnende Osterweiterung der EU mit der damit einhergehenden Liberalisierung des Personenbeförderungsrechts, die eine komplette Neubewertung der Genehmigungslandschaft mit sich bringen wird und bei der zu erwarten ist, dass zahlreiche neue Wettbewerber auf den ohnehin schon umkämpften Markt drängen werden. Deshalb wird langfristig auf dem Markt nur Bestand haben, wer sich frühzeitig mit anderen gleichgesinnten Unternehmen zusammenschließt.

Wegen der sich abzeichnenden vorgenannten Entwicklung war Anlass und Ziel der Gründung auch, den Kooperationsgedanken zwischen den Mitgliedern zu fördern und langfristig einen "Verkehrsverbund Europa" mit einem einheitlichen Liniennetz und einheitlichen Vertriebsnetz auf Grundlage der bestehenden Genehmigungen der Mitglieder zu schaffen.




Bei Gründung hatte die VEV 14 Mitglieder. Heute hat die VEV bereits schon über 60 Mitglieder, davon 30 Busunternehmen aus sieben Staaten. Die Struktur der Mitgliedsbetriebe ist vielschichtig. Es sind ebenso Einzelbetriebe mit drei Bussen und 15 Mitarbeitern wie Großbetriebe mit 1.300 Bussen und 7.500 Mitarbeitern vertreten.

Bei den weiteren Mitgliedern handelt es sich um Omnibushersteller, Zulieferbetriebe, Reisagenturen und andere Unternehmen, die ebenfalls am internationalen Linienverkehr mittelbar beteiligt sind.

Organisatorisch ist die VEV in die Geschäftsführung, den Vorstand, den Beirat und die Mitgliederversammlung untergliedert.

Die Geschäftsführung wird von zwei Säulen, nämlich dem Vorstand und dem Beitrat getragen.

Der Vorstand erteilt der Geschäftsführung Aufträge, die von dieser umzusetzen sind.

Der Beirat entwickelt die Leitlinien zur internationalen Gewerbepolitik. Sowohl der Vorstand als auch der Beirat sind multinational besetzt, damit die Interessen aller Mitgliedstaaten in die Arbeit der Vereinigung einfließen und eine wirklich multinationale Gewerbepolitik erreicht wird.

Vorstandsmitglieder sind Dr. Kay Gunkel, Rechtsanwalt in Bremen, Hinrich von Rahden, Omnibusunternehmer in Schwanewede und Erwin Becker, Omnibusunternehmer in Tostedt, Stanislaw Kupc, Omnibusunternehmer in Danzig sowie Andreas Keuchel, Omnibusunternehmer in Berlin.




Die VEV informiert ihre Mitglieder über alle Fragen des Personenbeförderungsrechts wie aktuellen Gesetzesvorhaben oder Gesetzesänderungen sowie zur aktuellen Rechtsprechung.

Die VEV bietet den Mitgliedsunternehmen ein Forum zur Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.

Die VEV berät ihre Mitglieder bei vertragsrechtlichen Problemen, insbesondere bei der Abfassung von Kooperations-, Pool und Agenturverträgen.

Die VEV bietet eine Schlichtungsstelle im Falle von Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern: Die Unternehmensstreitigkeiten konnten bereits in der Vergangenheit auf ein vertretbares Maß reduziert werden. Meinungsverschiedenheiten konnten in Diskussionen "am runden Tisch" geklärt werden und langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden.

Das Ziel der VEV, auf Basis der Einzellinien der Mitglieder einen "Verkehrsverbund Europa" mit einem Liniennetz und einheitlichem Vertriebssystem aufzubauen, wurde bereits vorangetrieben.

Um die wirtschaftlichen Aufgaben von den gewerbepolitischen Verbandsaufgaben abzugrenzen, wurde von einigen Mitgliedsunternehmen die Vertriebs und Servicegesellschaft bus-on-line.de gegründet.




In den nächsten Jahren wird insbesondere die Frage der EU-Osterweiterung und die Lösung der damit zusammenhängenden Problemen eine Rolle spielen.

Die Vereinigung Europäischer Verkehrsunternehmen setzt sich intensiv für die Beschleunigung der internationalen Genehmigungsverfahren ein. Die zum Teil mehrjährige Dauer des Genehmigungsverfahrens ist für alle Beteiligten nicht vertretbar. Ursächlich hierfür ist neben der allgemein bekannten Schwerfälligkeit der Verwaltung die Widerspruchswütigkeit der am internationalen Verkehr beteiligten Unternehmen. Statt nach gemeinschaftlichen Linienkonzepten zu suchen blockieren zahlreiche Unternehmen per se alle Genehmigungsanträge ihrer Mitbewerber weil sie sich davon eigene Marktvorteile versprechen.

Dieses Besitzstandsdenken hat sich bereits auf die osteuropäischen Staaten verbreitet. Mit der Osterweiterung der EU wird eine komplette Neuordnung der Genehmigungslandschaft stattfinden. Das liberalisierte Genehmigungsverfahren nach der VO-EWG 684/92 erfordert ein liberales Umdenken der Verwaltungen und auch der Unternehmerschaft. Die Beschleunigung des europäischen Liberalisierungsprozesses wird in den nächsten Jahren unsere Hauptaufgabe sein.